//Umbau Bahnhof Merseburg

Rund 80 Millionen Euro investierte die Deutsche Bahn in die gesamte Erneuerung der Schieneninfrastruktur in dem rund fünf Kilometer langen Eisenbahnknoten Merseburg. Das Bauvorhaben, welches bis 2014 in mehreren Bauabschnitten durchgeführt wurde, hatte im März 2011 seinen von den Medien viel beachteten Spatenstich.

Der Auftrag für die ARGE Bf. Merseburg beinhaltete den „Neubau von 3 Eisenbahnüberführungen inklusive Zusammenhangsleistungen“. Das Auftragsvolumen betrug für die ARGE Bf. Merseburg, neben der Sersa GmbH bestehend aus den Unternehmen Hentschke Bau GmbH, zuständig für den Ingenieur- und Brückenbau, und Tesch Straßenbau GmbH, beauftragt mit den Kabel- und Tiefbauarbeiten, insgesamt 25,5 Euro. Die Sersa GmbH trug dabei die Verantwortung für Gleisbauarbeiten im Wert von  4,3 Mio Euro. Die Sersa GmbH hatte außerdem innerhalb der ARGE die technische Geschäftsführung übernommen.

Die Arbeiten wurden in mehreren Bauabschnitten durchgeführt, wobei der erste Meilenstein bis Ende November 2011 erreicht sein sollte: umfangreicher Rückbau alter Anlagen, Ausstattung der Anlagen mit neuer Leit- und Sicherungstechnik und Anbindung an ein modernes Elektronisches Stellwerk (ESTW). Seit jenem Zeitpunkt konnte die Strecke aus der DB-Betriebszentrale in Leipzig gesteuert und überwacht werden.

Im Rahmen der Totalsperrung der Strecke und des Bahnhofs vom 13.11. bis 28.11.2011 wurden die Bahnhofsköpfe des Personenbahnhofs und des Güterbahnhofs erneuert, ein Überschneidungsbauwerk abgebrochen und entsorgt, eine 2-gleisige Stahlbetonbrücke, die bereits im Vorfeld neben den Gleisanlagen errichtet wurde, in das Baufeld eingeschoben und im Rahmen der Gleisbauarbeiten 22 Weichen und 2,5 km Gleis erneuert. Pro Schicht wurde mit jeweils 160 Beschäftigten aller Gewerke, 35 Bagger, 10 Planierraupen und unzähligen LKWs rund um die Uhr gearbeitet. Diese umfangreichen Baumaßnahmen stellten eine logistische Besonderheit für die Kürze der zur Verfügung stehenden Bauzeit während der Totalsperrung dar und waren nur aufgrund der hervorragender Vorbereitung und der sehr guter Zusammenarbeit zwischen den Projektleitungen der ARGE und des Auftraggebers möglich.

Bis zur Beendigung des Bauvorhabens wurden im Auftrag der Deutsche Bahn AG am Bahnhof Merseburg insgesamt 40 Weichen, 14,3 Kilometer Gleisanlangen (inkl. PSS), 216 neue Oberleitungsmasten und 17 Kilometer Oberleitungen erstellt bzw. erneuert.

Die vollständige Erneuerung von Brücken, Gleisen, Oberleitungsanlagen und Leit- und Sicherungstechnik ermöglichte es, die Geschwindigkeit auf der Strecke Halle–Erfurt von heute 120 km/h schrittweise auf künftig 160 km/h zu erhöhen.